Persönliche Hintergründe zum Konzept

LEUCHTKRAFT Farbberatung Eigenfarbanalyse Weinheim

In meiner psychologischen Praxis arbeite ich seit 20 Jahren mit Farbpsychologie. Der Lüscher-Color-Test dient mir zur Diagnose und zum Beobachten des Therapieverlaufs. Er ist wesentlicher Bestandteil der 4-Elemente-Medizin, die mein Weltbild wesentlich geprägt hat. Ich denke in den Dimensionen Rot-FEUER-, Gelb-LUFT-, Grün-ERDE- und Blau-WASSER-Element.

Aus Leidenschaft und Forschergeist befasse ich mich intensiv mit Typologien. Mich interessiert, was den Menschen in der Tiefe ausmacht, welche Muster sich in seinem Verhalten und in seiner Erscheinung zeigen. Von der Homöopathie über das Enneagramm bis zur Astrologie habe ich mich eingehend mit Persönlichkeitsmustern und Archetypen beschäftigt.

Mode von der Pike auf

Mit Mode hatte ich eigentlich nicht viel am Hut. Ich besaß nicht mal einen. Doch das änderte sich für mich völlig überraschend, als ich Anfang 2018 einen Blog im Internet entdeckte. Er richtete sich an Frauen ab 40, war klug strukturiert, geschmeidig getextet und hilfreich illustriert – perfekt für meinen Anspruch, als Frischling etwas Neues gleich richtig lernen zu wollen.

Mich ärgert nichts mehr, als wenn man sich Zeit nimmt, um Wissen zu erwerben und der angebliche Fachmann stammelt sich durch sein Halbwissen. Am Ende ist man mehr verwirrt als vorher und weiß gar nicht mehr, was man glauben soll. Ein paar meiner früheren Lehrer wissen genau, was ich meine.

An der Modeflüsterin-Akademie lernte ich zunächst autodidaktisch, später belegte ich Kurse. Vier Semester lang habe ich dort mit Begeisterung meinen Wissensdurst systematisch gestillt. Zwichenzeitlich gibt es die Fortbildungseinrichtung leider nicht mehr. Ein großer Verlust für die Modewelt!

Was an Fragen offen blieb

Was ich der Betreiberin hoch anrechne ist, dass Sie sich aus Farbberatung weitgehend herausgehalten hat. Ihre Expertise war tief und breit. Und natürlich war auch sie nicht allwissend. Ich schätze sehr, wenn jemand seine Grenzen kennt.

Für mich blieben viele Fragen ungeklärt. Also habe ich angefangen, selbst zu forschen. In einige Konzepte ganzheitlicher Farbberatung habe ich mich eingearbeitet. Die Farbtherapie habe ich dabei gestreift. Allzu esoterische Modelle fand ich zwar anregend, aber letztlich nicht schlüssig. Bei einer Grande Dame fehlte es aus meiner Warte an Authentizität.

Meine Vorerfahrungen mit Farbberatungen waren wenig erbaulich. 2010 wurde ich als Frühlingstyp eingestuft: warm, hell und leuchtend. 2018 als kalt, dunkel und leuchtend. Die einzige Übereinstimmung beider Analysen war der hohe Sättigungsgrad. Und genau das ist – wie ich heute weiß – falsch für mich.

Die zündende Idee

Eine Kollegin aus der Modeflüsterin-Akademie hat mich auf David Zyla gebracht. Sein Color your Style Konzept beruht auf Eigenfarben und ihrer psychologischen Wirkung. Hier wurde ich fündig.

Meine Englischkenntnisse sind gut. Ich habe einen Abschluss als Fremdsprachenkorrespondentin. Doch mich durch das Buch von Zyla zu kämpfen war trotzdem eine Herausforderung. Wer kennt schon die ganzen Farbnamen in der fremden Sprache? Mit Wörterbuch und Handy saß ich auf dem Balkon und machte mir Notizen. Die amerikanische Art, Ratgeber zu schreiben, ist von inhaltlichen Wiederholungen und emotionalen Erfahrungsberichten geprägt. Ich blieb dran, bis ich das Prinzip verstanden hatte. Und anhand meines eigenen Typs als richtig erkennen konnte:

Ja, ich bin ein Freigeist. Genauso wie Zyla das für meine Farben „diagnostiziert“. Die entsprechenden Kleidungsstücke bilden das Herz meiner Garderobe. Das Konzept erscheint mir stimmig, weil es sich das Ergebnis mit meiner eigenen Erfahrung und Einschätzung deckt: der Realitätscheck.

OMG – die Technik!

Nun habe ich angefangen, mich in die Technik einzuarbeiten – was mir ehrlich gesagt zutiefst widerstrebt – aber ich kam nicht umhin. Denn leider bin ich nicht mit dem ultimativen Farben-Erkennungsblick gesegnet. Und ich wollte auch nicht im Trüben herumstochern, sondern präzise Ergebnisse abliefern. Daher brauchte ich Fotos.

Wochenlang habe ich an einer Möglichkeit herumgefeilt, wie ich am Bildschirm und auf dem Papier eine möglichst genaue farbliche Übereinstimmung mit dem lebenden Original erreichen kann. Ich habe den Rat von Fotografen und Grafikfachleuten eingeholt und meine Versuche immer weiter ausgebaut. Bis ich zufrieden war.

Erprobung in der Praxis

Dann folgte die Verifikationsphase. Alle meinen Freundinnen wurden unter Standard-Bedingungen abgelichtet oder erhielten genaue Anweisungen, was sie tun sollten. In dieser Zeit habe ich die Idee verworfen, meine Kundinnen könnten selbst die Bilder zur Verfügung stellen. Bis die Daten verwertbar waren, war es unglaublich kompliziert und zeitraubend für alle Beteiligten. Daher mache ich die Fotos heute einfach selbst in meinem Studio.

Zur Auswertung am Computer habe ich mir eine Excel-Tabelle erstellt. Dort trage ich akribisch alle Werte ein. Und dann geht die Analyse los: Welches Muster zeigt sich in den Tönen? Sicher, kann jemand ein klassischer Herbsttyp sein: dunkel, gedeckt und gedämpft. So eine klare Einstufung ist allerdings selten – zumindest in meiner Beratung.

Eher handelt es sich um individuelle Besonderheiten, die mich immer wieder faszinieren. Die Natur ist so vielfältig und die Menschen sind Unikate – jeder auf seine Weise.

Warum es sich lohnt…

Mein Mann hat mich die ganze Zeit über in dem Wunsch bestärkt, mein Herzensprojekt in die Welt zu bringen. Seine praktische Hilfe umfasste viele technische Details bis hin zur Gestaltung des Farbfächers und der Renovierung des Studios. Mindestens genauso wertvoll war mir aber sein moralischer Rückhalt. „Das musst Du machen! Du BRENNST dafür!“, sagte er, als ich an den Hindernissen zu scheitern drohte. Gut, dass ich immer wieder Mut gefasst habe.

Denn dann habe ich in leuchtende Gesichter geschaut. Es ist ein wunderschöner Moment, wenn die Frauen ihre eigene Schönheit auf der Farbkarte und im Farbfächer abgebildet sehen. Ein Augenblick des Erkennens, der mich stets aufs Neue berührt. Allein dafür hat sich der ganze Aufwand schon gelohnt!

Nächste Schritte auf dem Weg

Mit den Farben ist der Grundstein gelegt. Noch einmal spannend ist dann die Frage nach dem individuellen Stil. Die Farbwahl ist nur ein Teil davon. Da sind wir bei den Typenmustern und Persönlichkeitsanteilen, mit denen ich aus der psychologischen Praxis vertraut bin – mit all ihrem Facettenreichtum.

Wieder habe ich mir ein Vorgehensmodell ausgedacht, Checklisten erarbeitet und dann den ganzen Prozess am lebenden Beispiel verfeinert – bis zur Bühnenreife, wenn ich so sagen darf.

Selbsterkenntnis statt Schubladen-Denken

Im Mittelpunkt steht die Einzigartigkeit des Menschen, nicht der Versuch, ihn in irgendein Schema zu pressen. Es ist nicht meine Aufgabe, einer Frau zu sagen wer sie ist. Diese anmaßende Einschätzung von außen trifft selten ins Schwarze. Und sie fruchtet erst gar nicht, wenn sich Stilberaterin und Kundin kaum kennen.

Stattdessen begleite ich die Frauen auf dem Weg der Selbsterkenntnis – mit meiner Erfahrung und meinen Methoden. Und nicht zuletzt mit einer kräftigen Prise Intuition und Humor.

Text: Petra Weiß
Foto: Petra Weiß

Das Bild zeigt die Lichtung im Dschungel von Sungai Lembing in Malaysia, wo ich mich als junge Frau morgens um vier durch die Dunkelheit gekämpft habe, um den Sonnenaufgang vor dieser atemberaubenden Kulisse zu erleben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert